Werbeblockierung auf Backbone Ebene und die Netzneutralität

Wie ein Artikel in der New York Times zeigte, sind viele Webseiten hauptsächlich mit dem Laden von Werbung beschäftigt:


Quelle: New York Times: The Cost of Mobile Ads on 50 News Websites

Diese verursacht neben exorbitant verlängerten Ladezeiten beim Kunden auch einen schnelleren Verbrauch des Inklusivvolumens, was folglich zumindest indirekt höhere Kosten verursacht, als zur Betrachtung des eigentlichen Inhalts nötig wäre.

Netzneutralität bedeutet, dass ein Internet Service Provider jedes Datenpaket gleich behandelt, egal ob es sich um Text/IM/VoIP/Video oder einen anderen Typ handelt.
Vorneweg, wir haben in Deutschland keine gesetzlich festgelegte Netzneutralität, dazu später mehr.

Das bei uns vor allem die Preise für mobiles Internet im europäischen Vergleich Wucher sind,

Quelle: Deutsche zahlen gewaltig für winziges Datenvolumen, Welt.de

hatte ich in diesem Post am Ende bereits kurz erwähnt.
Ein kleiner Mobilfunkprovider aus der Karibik blockt bereits erfolgreich sämtliche Werbung, zusätzlicher Komfort und Sicherheit für den Endkunden also, könnte man denken.
So sehr ich das Verschwinden sämtlicher Werbung aus dem Internet auch begrüßen würde, eine Werbeblockade seitens der Provider ist zutiefst verwerflich. Zumal diese von den Werbetreibenden extra abkassieren wollen.
Infolgedessen wäre es nämlich nur noch eine Frage der Zeit, bis man beispielsweise für Youtube extra zahlen darf.
Sollte der Werbefilter auch in Deutschland Schule machen, sind Klagen seitens der Werbeindustrie wahrscheinlich, was uns eventuell in Sachen Netzneutralität weiterbringen könnte.

Bezüglich Netzneutralität sieht es in Deutschland schlecht aus, und das nicht nur bei der Größe des Inklusivvolumens: Laut dem Artikel Internet per UMTS: So fälschen deutsche Provider Webinhalte, aus zdnet.de, Jahr 2009, wird das mobile Internet geradezu gezielt sabotiert. Von den Providern selbst.

Gesetzliche Regelungen sind zweifellos längst überfällig.