Ein halbes Jahr auf Arch

Ich war nun ein halbes Jahr auf Arch, genauer gesagt Antergos KDE.

Wer meinem Github folgt, wird es bemerkt haben, ich habe mein Debootstrap Skript (aus Server Vollverschlüsselung - dckg.net) auf Debian 9 Stretch angepasst.

Ein halbes Jahr hab’ ichs ausgehalten. Seit Oktober 2016, Linux für Menschen - dckg.net war ich auf Arch. Auf dem Notebook immer noch Antergos (If it ain’t broke, don’t fix it.), dem Hauptrechner jedoch Debian 9 Stretch, das offiziell noch nicht released wurde, weiterhin aber im “Freeze” ist, d.h. nur noch Bugfixes.

Ist Arch stabil? Stabil im Sinne von nach Systemupdate neustarten und wieder in die Desktopumgebung gebootet werden - ja.

Ich muss sagen, mit mehr Finanzierung und vor allem fixed Releases alle paar Wochen, die dann auch mal mehr getestet sind, wäre Arch das Desktoplinux schlechthin. Dazu können eigene Pakete sehr leicht erstellt werden, wenn man das mal mit Debian vergleicht.

Meiner Meinung nach relativiert sich der Wartungsaufwand gegenüber der Benutzung des AUR sehr schnell.

Es ist eine Katastrophe. Unattended-Upgrades gibt es nicht. Ist schlicht nicht möglich. Auch langjährige Arch/Manjaro Nutzer als auch Novizen konnten mir zum Thema .pacnew files mergen nichts sagen, hörten davon zum ersten Mal.

Dann kam es eine Handvoll mal zur Situation, dass ich ein Programm starten wollte, dieses aber crashte, wegen einem Fehler in einer Library. Durch vollständiges Systemupdate, pacman -Syu behoben, ok.

Noch ein Problem des Rolling Releases: Ich möchte ein Kernelmodul installieren, brauche dazu das Linux-Header Paket. Geht nicht, da im Repo schon der neue Kernel drin ist. Bedeutet, ich darf erstmal einen neuen Kernel installieren und reboot machen, bevor ich das Modul nutzen kann.

Oder auch wenn ich ein, ein Programm installieren möchte. Es gibt keine Prüfung auf Library Versionen. Pacman, der Arch Paketmanager, meckert nicht, installiert das Programm, welches aber nicht startet, da in Library X irgendwas fehlt. Lösung dazu: Vollständiges Systemupdate, weil man ja auch Zeit hat, das gerade so, einfach so, mal eben zu machen. Entspricht übrigens der Philosophie von Arch. Jeder hat immer den aktuellen Stand aus dem Repo, Rest egal.

Bei Debian testing / unstable bekomme ich wenistens noch eine Rückfrage vom Paketmanager, ob ich denn damit einverstanden bin, 500 Pakete zu löschen, der Punkt ist, ich bekomme eine Rückmeldung und zerschiesse mir nicht das System.

Das KDE, vorwiegend im Multiuser Modus, buggy ist, brauche ich an dieser Stelle wohl nicht erwähnen.
Bei den KDE Entwicklern frag ich mich echt manchmal, ob die selber KDE nutzen, ihren instabilen, immer leicht herumbuggenden, unausgereiften Desktop. Bei Arch handelt es sich nämlich nicht um Beta Software.

Der Höhepunkt gipfelte darin, dass ich einen LVM Snapshot des rootfs erstellen wollte, um bequem Rollback vom Update machen zu können. Module dm-snapshot not found. Dankeschön! Hätte ich also vor dem Update, das mir anscheinend das dm-snapshot Modul zerstört hat, eben jenen besagten Snapshot gemacht, hätte mein System bestenfalls nicht gebootet und schlimmstenfalls meine LVM Partitionierung zerstört - TOTALER DATENVERLUST möglich. Hier gilt wieder, um diesen Fehler zu fixen: Erst Kernelupdate 😅

Selbstverständlich wurde von mir vor jedem Archlinux Update ein Backup per dd von der ganzen Platte angefertigt.

Stretch ist da. Bei mir. Nach anfänglicher Skepsis habe ich mal GNOME 3 ausprobiert, nach 2 Tagen jegliche Rückstände von KDE Plasma 5 von meinem System entfernt.

Bei GNOME muss man sich wirklich drauf einlassen, es lohnt sich. Der wohl modernste Desktop überhaupt, wenn man noch Touch dazu nimmt.

Man kann es nicht so individuell anpassen wie KDE, aber vernünftige Defaults sind doch auch mal was.

Debian GNOME, (was der Standarddesktop ist bei Debian), weil ich nicht den Beta-Tester für Open-Source Projekte spiele.


Linux

594 Words

2017-03-24