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Donnerstag, 14 September 2017 in Linux
Debian vs Ubuntu für Desktop
Es war nun an der Zeit,
Archlinux von meinem Laptop zu tilgen.
Keine Updates mehr möglich.

Ein Debian sollte es werden, wie es auch auf meinem Rechner gute Dienste verrichtet.
Ich wollte zuerst mit Skript aus Server Vollverschlüsselung installieren - gewohntes Setup, genau nach meinen Wünschen.

UEFI Bios mag den GRUB nicht, also weiter zur Debian netinstall CD.
Netzwerktreiber? Auf meinem Laptop aus dem unteren Preissegment - Fehlanzeige.
Glücklicherweise gibt es für "verblobte" Hardware (nur Firmware Binaries, kein Opensource) die non-free CD, die eben diese unfreien Firmwares enthält.
Schließlich konnte ich die Installation mit dem GNOME Desktop abschließen.

Doch was ist das? Die Statusleiste oben rechts hat kein WLAN Symbol, einfach gar nichts?
Das Ende vom Lied war dann Ubuntu GNOME 16.04 LTS, in einer viertel Stunde lief die Kiste wieder, rsync vom /home und fertig.

Man kann also sagen, sobald WLAN im Spiel ist, wird Ubuntu installiert.
Meine Server laufen alle mit Debian...

Egal welches Linux, Debian oder Ubuntu, durch das Paketmanagement bleibt meine Software immer so alt wie die Distribution - bei Ubuntu 16.04 habe ich ein LibreOffice, dass mittlerweile bald 2 Jahre alt ist.
Kritik an Linux, in meinem Blog, von mir;
das darf nicht sein!

Dazu muss gesagt werden, diese Probleme betreffen ausschließlich Desktopsysteme, auf denen mit professionellen, kommerziellen Linux Distributionen wie z.B. RHEL, SLES oder Ubuntu OpenStack kein Geld verdient wird. Das läuft auf Servern.

Hier ein paar Möglichkeiten, für ein stabiles System und aktuelle Anwendungen, die ich im Einzelnen kurz anreißen werden:

Debootstrap & schroot - Archlinux mit Sicherheitsverwahrung

Die gute Nachricht zuerst: Wer Ubuntu hat, muss nicht auf Arch verzichten - in einem Jail eingesperrt kann es den Rechner nicht mit sich reißen; mit schroot, einem chroot-Wrapper kann man sich wunderbar im /usr/share/applications eine Programm-Datei/Verknüpfung reinkopieren, allenfalls dem Pfad bei Exec= muss schroot vorangestellt werden.
Als Resultat ist das betreffende Programm im Launcher verfügbar, als wäre es lokal installiert.

Nachteil: Es geht alles am Paketmanager vorbei, die Programme bleiben beim Systemupdate außen vor. Zudem fehlen die Mimetypes, eine sehr haarige Angelegenheit, hat man z.B. LibreOffice nur im schroot installiert, gehen weder Rechts- noch Linksklick auf eine LibreOffice Datei.
Um ein Dokument zu öffnen, muss zuerst LibreOffice geöffnet werden, danach weiter über das Menü.

Apt Pinning

funktioniert nicht. Die Debian Maintainer geben Abhängigkeiten immer sehr strikt an, lassen keinen Freiraum bei den Versionsnummern, wie es etwa Archlinux tut... - "unmet dependencies".

Debian Backports

Sind zu alt oder existieren erst gar nicht. Dafür eben stabil, das Wichtigste gibt es auch, z.B. Grafiktreiber.

AppImage

Sehr schönes Konzept. Man bekommt seine App quasi als .exe, um hier mal eine Windows-Analogie zu ziehen. Doppelklick und fertig. Eine Datei.
Upstream baut seine App gegen ein 5 Jahre altes Ubuntu, da glibc theoretisch immer abwärtskompatibel ist, die restlichen Abhängigkeiten werden mit eingepackt (ldd lässt grüßen), als ISO gepackt, komprimiert.
Die App wird deswegen ca. doppelt so groß, wenn erstmal BTRFS mit Subvolumes ausgereifter/verbreiteter ist, wird das sehr, sehr interessant, da verschiedene Apps die gleiche Schicht nutzen könnten als Basis, statt alles doppelt und dreifach vorzuhalten.
Man könnte als DAU mehrere App Versionen gleichzeitig nutzen, so wie das die Gentoo-Linux User mit den Slots jetzt schon machen, nur ohne Wartezeit.

Ubuntu Snap

Ubuntu Snap ist halb-proprietär, es gibt eine GUI dazu, man wollte dort das App-Konzept von Android nachahmen - ich installierte ein Programm via Snap, dieses hatte keinerlei Zugriff auf mein /home, danke und auf Wiedersehen.

Ubuntu PPA

Meiner Meinung nach ist man mit Ubuntu PPAs besser beraten als mit Debian Backports, da PPAs direkt von Upstream kommen.

Abgesehen davon werden die für Desktop wichtigen Pakete gut im Ubuntu LTS supportet, während bei Debian nach 2 Jahren alles "best effort" ist, was Security angeht.
Andererseits hat Ubuntu viele verwaiste Pakete, was Sicherheit angeht (Nur das main Repository wird von Canonical garantiert mit Sicherheitsupdates versorgt)
)

TL;DR
Debian für Server, Ubuntu LTS mit PPA für Desktop nehmen.

Links:

https://wiki.debian.org/Schroot
https://github.com/snapcraft-gui/snapcraft-gui#screenshots
https://cdimage.debian.org/cdimage/unofficial/non-free/cd-including-firmware/
How-To: Mime Types and file associations with FC3 - Gnome 2.8 - FedoraForum.org
AppImage

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