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Dienstag, 6 März 2018 in Internet
Telekom LTE als Festnetz Ersatz
LTE max, 300 Mbit/s deutschlandweit UNLIMITIERT, UNGEDROSSELT - für 80 Euro im Monat. Der neue, abgespeckte 200€ Tarif der Telekom zielt nun eindeutig auf Privatkunden ab.

Wir sind nun als Land an einem Punkt angelangt, an dem man sich überlegen könnte, keinen Festnetzanschluss mehr zu buchen.

Eine Rechnung: Mobilfunk und Festnetz bei der DTAG:
Magenta Mobil S (2 GB danach unbenutzbar) 34.95€ regulär + Magenta Zuhause S (16 Mbit/s) für 34.95€ Euro: Gesamt 70€.

Die Maximaltarife: 100 Mbit/s Festnetz für 45€, 6 GB 55€ für Mobilfunk, summiert sich auf 100€.

Besonders die auf dem Land lebende Bevölkerung wird ziemlich vernachlässigt; bekommt man beispielsweise nur 2 Mbit/s geboten, so muss trotzdem das volle Entgeld von 35€ monatlich an die Telekom entrichtet werden.

Für diese Personengruppe bietet sich neben Magenta Hybrid die Möglichkeit, ihr Festnetz zu kündigen und einfach alles über LTE laufen zu lassen. Bietet immerhin mehr Datenrate kostengünstiger an und man ist auch noch sofort und mobil online.

Datenraten schön und gut, hier ein Ping Vergleich:

ping -c 10 8.8.8.8

Alle Angaben in Millisekunden.

Zugangspunkt min avg max mdev (Jitter)
dckg.net VPS 3.547 3.700 4.141 0.176
Telekom Festnetz VDSL Vectoring 13.575 15.576 30.520 4.988
Unitymedia (ehemals KabelBW) Festnetz 0 0 0 0
Telekom 4G LTE 32.328 43.118 78.598 13.866
Vodafone 4G LTE 25.936 34.733 45.801 5.990
o2 4G LTE 23.021 41.583 49.657 7.988
o2 3G UMTS/H 46.420 61.772 77.646 10.482

Nicht das hier noch einer denkt, o2 hätte besseres LTE als die Telekom, Auslastung kann variieren.

Rein vom Ping her steht sogar Gaming nichts mehr im Wege, wäre LTE nur kein Shared Medium:

In der Praxis müssen sich alle Teilnehmer diese Bandbreite teilen und müssen mit erschwerten Empfangsbedingungen kämpfen, was auf die Übertragungsrate drückt.

Quelle: LTE - Long Term Evolution

Angenommen in einem Kuhdorf wie bspw. Schuttertal in der baden-württembergischen Einöde, in den Tiefen des Schwarzwaldes, fernab jeglicher Zivilisation, holt sich jetzt jeder diesen Tarif, 7000 Einwohner, bei derzeit zwei Funktürmen. (Bundesnetzagentur - EMF-Datenbank)

Sind diese mit dem derzeitigen Maximum der Telekom, 500 Mbit/s ausgebaut - so macht das pro Einwohner eine Geschwindigkeit von 1000 Mbps / 7000 Einwohner = 0,14 Mbps.

Also doch wieder nur Modem-Speed.
Nimmt man nun wohlwollend an, dass max. 10% gleichzeitig online sind, was insbesondere Abends bei TV-Streams wohl weitaus höher ausfallen würde, wären es immerhin 1,4 Mbps - auf dem Niveau von o2 free (die dort ohnehin nur GSM/2G/Telefonie bieten) - für 20€ monatlich.

Sinnvoller und auch im Interesse der Kunden wäre es gewesen, sich an den ausländischen Tarifen wie z.B. in Österreich zu orientieren, 25€ für 30 Mbit/s. Jedoch würde man hiermit definitiv den eigenen, überteuerten, oft nicht im Ansatz die gebuchte Leistung liefernden, Festnetzanschlüsse konkurrieren.

Es bleibt abzuwarten, welche Tarife die Wettbewerber dagegen aufbieten werden.

Ich gehe davon aus, dass das Telekom-Netz erst einmal massiv schlechter wird, was die Übertragungsraten angeht, je mehr Leute diesen Tarif buchen. Und für einen Bruchteil der 300 Mbit/s sind 80€ einfach zu teuer.

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